Montag, 17. Dezember 2018

Lektüremonat November 2018.


Gillian Flynn: Gone Girl.
„Gone Girl“ ist ein interessantes Buch. Weniger inhaltlich, sondern aufgrund der Umstände. Man hat eine anstrengende, stundenlange Bahnfahrt vor sich findet das Buch gratis in einem Bücherkasten und denkt sich, dafür sei der Schinken doch genau das Richtige. Schließlich wurde über dieses Buch viel geredet. Sehr viel geredet, immer und überall. Auf der ganzen Welt. Interessant ist das Buch also vor allem wegen der perfekt inszenierten Marketing-Strategie, einem international lancierten Hype. Dieser war enorm erfolgreich, der Thriller weltweit ein Millionenbestseller. Nun stellt sich also die Frage, ob dies auch gerechtfertigt ist, ob hier ein außergewöhnliches Buch vorliegt, ein zukünftiger Genre-Klassiker? Die Antwort ist ziemlich einfach: Nö. „Gone Girl“ ist keineswegs schlecht – von ein paar Mängeln der offenbar hastigen Übersetzung abgesehen – aber auch keinesfalls überragend gut. Ein Reißer, der einem die Stunden verkürzt, ist es jedenfalls nicht. Dafür wechseln weitschweifige Schilderungen einer Ehehölle zweier an und für sich wenig sympathischen Hauptcharaktere nur hin und wieder mit packenden Wendungen des Geschehens. Manches ist klug konstruiert – Details, die viel später plötzlich eine wichtige Rolle bekommen werden –, aber so richtig Rasanz nimmt der Text nie auf, am, ehesten gilt dies noch für den kürzesten, letzten Abschnitt. Gillian Flynn (geboren 1971) liefert solide Thrillerkost, aber man kann eigentlich nicht ernsthaft hoffen, dass dies die derzeitige absolute Krönung des Genres sei, dann wäre es um den Thriller schlecht bestellt…
Karl Ove Knausgard: Sterben.
Apropos internationales Buchphänomen. In diese Kategorie gehört seit gut einem Jahrzehnt auch das autobiographische Selbstbespiegelungswerk Karl Ove Knausgards (geboren 1968), im norwegischen Original „Min Kamp“, was man aus nachvollziehbaren Gründen so nicht ins Deutsche mitübersetzt hat. Der Auftaktband „Sterben“ ist dem übergeordneten Thema gemäß der Kampf gegen die Übermacht des Vaters. Dessen Herrschaft über seine Kinder, vor allem die Jungen, basiert nicht auf körperlicher Gewalt, sondern einfach auf seiner Präsenz. Tatsächlich ist es so, dass Knausgard bei aller detailversessenen Akribie, die seinen inzwischen schon legendären Stil prägt, von seinem Vater kaum etwas wirklich objektiv Bösartiges, sei es in Worten oder Handlungen, überliefert – sieht man von dessen letzten Jahren als schwerer Alkoholiker ab, wobei auch hier die Anzeichen seines Verfalls auf die Söhne eher indirekte Spätfolgen haben. Gleichwohl schildert Knausgard die bedrückende Atmosphäre der ständigen Vorsicht aus Angst vor dem Vater, Lesern und Leserinnen bleibt überlassen zu entscheiden, inwieweit hierin eine Paranoia das Faktische überlagert. Anders als in der Jugend – die den ersten Abschnitt von „Sterben“ einnimmt – gelingt zwar im gegenwärtigen Zeitraum (Abschnitt 2) die Ablösung durch räumliche Trennung und Emanzipation durch das Schreiben, doch wie unsicher diese ist, wie mächtig die Strahlkraft des Vaters, zeigt sich daran, dass Knausgard und sein Bruder sich mehrfach durch Ansehen des Leichnams vom Tod ihres Erzeugers überzeugen müssen. Man braucht die Präzisionsverliebtheit Knausgards – insbesondere auf Dauer – nicht in allem zu lieben, unzweifelhaft hat er jedoch bereits jetzt einen Klassiker des 21. Jahrhunderts geschaffen.                
Steve Sem-Sandberg: Die Elenden von Lodz.
Der schwedische Autor Steve Sem-Sandberg (geboren 1958) hat sich eine schwierige Thematik vorgenommen: das Schicksal des Ghettos Lodz, besonders aber von dessen jüdischem Vorsteher, dem Ältesten Chaim Rumkowski, einer der umstrittensten Figuren des Judentums. Grund hierfür war sein kooperatives Verhalten mit den Nazis, das ihm eine zweifelhafte Macht verlieh, die er zu nutzen verstand, und die er rechtfertigte, indem er damit den Bestand des Ghettos – und damit das Überleben seiner Einwohner – sicherte. Rumkowski etablierte nicht nur einen eigenen jüdischen Polizeiapparat, der für die Nazis schmutzige aufgaben übernahm, sondern auch ein System selbstherrlicher Patronage mit einhergehendem Personenkult. Seine Idee, alle Juden streng zur Arbeit für die Deutschen zu verpflichten, sicherte ihm tatsächlich deren Wohlwollen – arbeiteten damit die Unterdrückten doch billigst für ihre Unterdrücker: das Ghetto in Lodz sorgte hauptsächlich für Wehrmachtsausrüstung. Nebeneffekt war jedoch, dass die Nazis alle aus ihrer Sicht unbrauchbaren Arbeitskräfte zur Deportation bestimmten; Beschlüsse, die Rumkowski umzusetzen hatte. Alte, Kranke und alle Kinder unter 10 Jahren wurden ausgeliefert. Kurz vor Kriegsende ließen die Nazis schließlich alle noch vorhandenen Ghettobewohner – immerhin 80000 – folgen, darunter auch Rumkowski. Sem-Sandberg urteilt nicht, er berichtet nüchtern aus dem Innenleben des Ghettos, von den Handlungen Rumkowskis und deren Folgen für die Bewohner anhand von einzelnen Beispielen. Der Judenälteste wollte offensichtlich nie sehen, dass er es mit einem „Partner“ zu tun hatte, der ihn nie als einen solchen akzeptieren würde. Rumkowskis eitler Opportunismus kostete schlussendlich den Großteil der ihm Anvertrauten das Leben – was, dies ist zu betonen, nicht seine Schuld ist, sondern die der Deutschen, doch hat er mit seiner verfehlten Nachgiebigkeit dazu beigetragen, deren Maschinerie auch noch am Laufen zu halten. Dass er persönlich zudem eine wenig integre Figur war – die ihm Roman berichteten Missbrauchsfälle von Kindern sind historisch überliefert – macht seine Beurteilung noch komplexer. Keine Lektüre für nebenher, aber unbedingt zu empfehlen.             
Birgit Vanderbeke: Geld oder Leben.
Eher schon eine Lektüre für nebenher ist Birgit Vanderbekes (geboren 1956) kurzer Roman „Geld oder Leben“. Der Biographie im Schnelldurchlauf, Geschichte eines weiblichen Erwachsenwerdens von der Wunderwirtschafts-BRD bis in die Achtziger Jahre fehlt ein wenig der übliche melancholische Unterton der Vanderbeke-Texte, doch ist er dafür recht amüsant, entlarvt er doch vor allem das durch Phrasen geprägte Alltagsleben der Arrivierten und der sich für revolutionär haltenden folgenden Generation, die später nicht minder verbürgerlicht. Das alles geht ratzfatz – und so liest es sich auch. Nicht unbedingt ihr Meisterwerk, aber doch kluge Unterhaltung.   
Carl von Ossietzky: Rechenschaft.
Die ebenso legendäre wie verdienstvolle und schon öfter zurecht lobend erwähnte Fischer-Reihe „Verboten und verbrannt“ ermöglichte 1984 nach langer Zeit wieder die Lektüre von „Publizistik aus den Jahren 1913-1933“ – so der Untertitel – aus der Feder von Carl von Ossietzky (1889-1938), einem der wohl bedeutendsten deutschsprachigen Journalisten der ersten Jahrhunderthälfte. Seine kritischen Kommentare zum Ende der Kaiserzeit, zur Weimarer Republik und der beginnenden Nazidiktatur waren sprachlich brillante Reportagen, die mutig ohne Obrigkeitshörigkeit Demokratie in Zeiten verteidigte, als diese kaum Fürsprecher hatte. Investigativer Journalismus war nicht gefragt, schon gar nicht scharf formulierter Widerspruch, das galt für den Wilhelminismus und den Faschismus sowieso, aber auch für die zunehmend nach rechts driftende Republik. Schon 1931 wurde Ossietzky als Herausgeber der „Weltbühne“ in einen Prozess wegen Landesverrates und Spionage verwickelt, der international für Aufsehen sorgte. Er wurde verurteilt. Kaum vorzeitig entlassen, ließen ihn die Nazis nach der Machtübernahme erneut festnehmen, von Ossietzkys Schriften landeten auf den Bücherscheiterhäufen, er selbst wurde ins KZ gebracht. Das Friedensnobelpreiskomitee fügte den Nazis eine schwere diplomatische Blamage zu, als es Ossietzky 1936 rückwirkend den Preis für 1935 zuerkannte – den er, trotz Druck des Regimes, auch annahm; seine Ausreise zur Übernahme wurde im Anschluss ebenso verboten wie jedwede weitere Verleihung eines Nobelpreises an Deutsche. Ossietzky wurde schwerkrank entlassen und starb an den Folgen des KZ-Aufenthaltes zwei Jahre später. Seine Texte sind nicht nur wegen ihrer literarischen Qualitäten, wie sie heute kaum noch in journalistischen Texten anzutreffen sind, äußerst lesenswert, sondern auch, weil die Gefahren für kritische Kommentatoren von Republik eher wieder zu als abnehmen. Nebenbei: auf von Ossietzky folgte nur noch ein einziger deutscher Friedensnobelpreisträger: Willy Brandt. Das war 1971. Verdammt lang her.
Walter Benjamin: Berliner Kindheit um neunzehnhundert. Fassung letzter Hand.
Noch ein Opfer der Nationalsozialisten. Walter Benjamin (1892-1940) hatte die hier vorliegende und erst in den 1980er Jahren wiederentdeckte Fassung seines populärsten Buches 1938 auf der Flucht in Paris überarbeitet und versteckt. „Märchenphotographien“ nannte sein Freund Theodor W. Adorno die nur kurzen Skizzen, die auf den ersten Blick nostalgische Verklärungen einer gutbürgerlichen, fast sorgenfreien Kindheit auf dem Höhepunkt des Wilhelminismus in Berlin zu sein scheinen. Auch der Stil scheint zu jenen Tagen zu passen, impressionistische Eindrücke, keine abstrakten Reflexionen. Doch man muss sich das Datum der Entstehung in Erinnerung rufen – und natürlich auch den Autor, der sicher nicht für unkritische Verklärung steht. Was Benjamin schildert, ist eine verlorene, ahnungslose, bereits im Kern infizierte Welt, die ihr Ende nicht kommen sieht und ihre Folgen nicht abschätzen kann. Das Leben und insbesondere die Menschen jener Tage waren 1938 längst dahin – und zwar oft auf grausame Art und Weise. In all dem Plüschigen und Prunkvollen steckte quasi schon im Voraus der Muff von tausend Jahren. Dem Berlin um 1933 fiel Walter Benjamin schließlich selbst zum Opfer, 1940 nahm er sich, bereits an der rettenden Grenze angelangt, in Frankreich das Leben.
Iwan Bunin: Der Sonnentempel.
Noch ein Nobelpreisträger, allerdings für Literatur. Iwan Bunin (1870-1953) war der erste russische Schriftsteller, der den Preis erhielt, recht spät, 1933. Geehrt wurde damit nicht die zeitgenössische sowjetische Avantgarde, sondern mit Bunin ein Autor, der sich dezidiert in der Tradition der großen russischen Erzähler Dostojewski und Tolstoi verstand – nicht nur deshalb war die Vergabe auch ein politisches Statement, Bunin hatte nach der Revolution seine Heimat verlassen und äußerte sich im Pariser Exil nicht unbedingt wohlwollend über die neuen Machthaber. Seine literarischen Reisebilder, die in „Der Sonnentempel“ gesammelt sind, verweisen auf beides. Direkt auf seine literarische Herkunft, seine Reportagen sind klassische Reiseberichte vor dem Hintergrund einer gutbürgerlichen Bildung aus seiner russischen Heimat, aber vor allem auch „exotischen“ Ländern wie Ceylon (Sri Lanka), Ägypten und Palästina. Die Schilderung der Reisen selbst – mit Schiff und Bahn – sind hierbei oft der spannendere Teil, wobei Bunin aber auch sonst einige sehr schöne Skizzen gelingen, etwa über „Die Rose von Jericho“. Indirekt wirkte sich die Revolution auf dieses Werk dahingehend aus, dass Bunin nach der Flucht kaum mehr Reisen unternahm; und so entstammen alle Texte des Buches der Zeit vor 1917.  
Judith Kerr: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl.
Der Jugendbuchklassiker von Judith Kerr (geboren 1923) gehört gewissermaßen in die Reihe von Sem-Sandberg, von Ossietzky und Walter Benjamin. Kerr, Tochter des Schriftstellers und Theaterkritikers Alfred Kerr, erzählt darin die Erlebnisse ihres Flüchtlingsdaseins aus der Sicht eines jungen Mädchens – letztlich hat sie hierfür nur die Namen der Protagonist*innen geändert, der Text ist folglich auch ein Schlüsselroman, auch wenn er von den Jugendlichen nachvollziehbarer und im Einverständnis mit der Autorin so nicht gelesen werden wird. Alfred Kerr war gelungen, was von Ossietzky verwehrt war: scharfer Kritiker der Nazis, war er war kurz vor deren Machtübernahme in die Schweiz geflohen und hatte noch rechtzeitig seine Familie – Frau, Sohn und Tochter – aus dem Land geholt, bevor ihnen die Pässe angenommen werden konnte. Kurz darauf stürmten die Nazis ihr Berliner Wohnhaus und plünderten es – alles, was zurückgelassen werden müsste, ging verloren, auch das Plüschtier der Tochter, das rosa Kaninchen. Diese sah manches gar nicht so tragisch, ihre kindliche Naivität ließ sie die Flucht gerade anfangs als großes Abenteuer erleben. Solange die Familie noch zusammen war, erschien ihr vieles aufregend, ungewohnt und nur hin und wieder befremdlich, sei es in der Schweiz, dann in Paris und zuletzt in Großbritannien. Gleichwohl werden die Bedrängnisse des Flüchtlingsdaseins nicht verhehlt, das enge Zusammenleben mit ständigen Geldsorgen, auch die Nachrichten, die aus Deutschland kommen, dringen beängstigend bis zu den Kindern vor – so, etwa, dass auf den Vater ein Kopfgeld ausgesetzt wurde. Die kindliche Sicht der Dinge, die den Reiz des Buches ausmacht, nimmt – gerade in dem erwähnten Fall des Kopfgeldes – den Schrecken der Zeit nur oberflächlich ihre Schärfe, darunter ist für jede*n Leser*in das Bedrückende der Situation spürbar, plötzlich heimatlos und verfolgt zu sein.       
John Updike: Hasenherz.
Es ist erstaunlich, wie sehr John Updikes (1932-2009) Protagonist Harry Angstrom alias „Rabbit“ noch immer als eine Art liebenswerter Schlingel gesehen wird, was mehr aussagt über die meist männlichen Rezensenten als über die Figur selbst. Die Übersetzung wirkt oft reichlich holprig, aber der deutsche Titel „Hasenherz“ (im Original „Rabbit, Run“) charakterisiert ihn da schon wesentlich besser. Die klischeehafte Phrase von der Flucht aus dem kleinbürgerlichen Spießerleben darf nicht fehlen, zudem zitiert der Klappentext – wie immer ein äußerst fragwürdiger Ratgeber – Marcel Reich-Ranicki mit der unglaublich tiefgreifenden Einsicht, dass Updike über seine Figuren nie den Stab breche. Aber welche*r Autor*in von Format würde das schon tun? Schriftsteller*innen, die ihre Hauptfiguren offen verachten, schreiben selten gute Bücher. Nur zu offensichtlich wird hier der neutrale, minutiös akribische Stil Updikes fehlinterpretiert, was gute Literatur eben ausmacht, den Leser*innen das Denken überlasst. Angstrom verlässt aus einer Laune heraus seine hochschwangere Frau und den kleinen Sohn, lässt sich zwischenzeitlich mit einer Gelegenheitsprostituierten ein, die er ebenso abrupt wieder verlässt, als das seine Tochter geboren wird, nur um kurz darauf seine Frau nach einer Katastrophe – dem Tod des Kindes – erneut zu verlassen. Es ist richtig, dass Angstrom der Leere seines Daseins entfliehen möchte, seiner lethargischen, alkoholsüchtigen Frau, seinem mangelnden Auskommen durch diverse Jobs, vor allem aber, weil er seiner großen Zeit als bewunderter Basketballspieler an der Schule hinterhertrauert – also selbst ein Spießertraum, der Größe hinter etwas vermutet, was Tausende genauso geleistet haben. Doch sein Handeln ist ziellos, mehr Flucht aus der Verantwortung und vor allem getrieben von Gedankenlosigkeit. Letztlich bleibt Harry Angstrom ein Egoist, der das eigene Wohl so tief unbewusst verinnerlicht hat, dass ihm nicht einmal mehr auffällt wie sehr er die Menschen seiner Umgebung verletzt, wie sehr er in den entscheidenden Momenten das Falsche wählt. Die Schicksale anderer sind ihm hierbei egal, insbesondere das der Frauen um ihn, die er ständig taxiert, und von denen er annimmt, sie müssten sich automatisch seinem Willen fügen. Wird es kompliziert, läuft der Hase davon. Berühmt wurde „Hasenherz“ als Skandalroman aufgrund expliziter Sexszenen, als Portrait eines bestimmten Menschen- bzw. Männertypus hat er nichts an Gültigkeit verloren.          
Victor Hugo: L’Année terrible.
Der berühmte Band versammelt die Gedichte des noch viel berühmteren Victor Hugo (1802-1885) aus dem „schrecklichen Jahr“, genauer dem August 1870 bis zum Juli 1871. Dazwischen lagen die für Hugo und ganz Frankreich umwälzenden Monate, die er mit seiner Lyrik kommentierte, und die den durch Preußen aufgezwungenen Krieg Frankreichs, die Niederlage bei Sedan mit anschließendem Sturz Napoleons III. und Ausrufung der Republik, die monatelange Belagerung von Paris, die kurzlebigen Commune und dden anschließenden Einmarsch der regulären französischen Truppen mit einem Massaker an den Communemitgliedern mit sich brachten. Der überzeugte Republikaner Hugo, seit dem Staatstreich Napoleons III. 1851 im Exil, kehrte mit der Revolution nach Paris zurück, erlebte die Aushungerung und Bombardierung durch die Preußen, war ein stetiger Kritiker der ihm zu laschen neuen Regierung und verließ, inzwischen gewähltes Mitglied der Nationalversammlung, kurz nach Ausrufung der Commune erneut Frankreich Richtung belgisches, dann luxemburgisches Exil. „L’Année terrible“ ist der leidenschaftliche Band eines Augenzeugen, mal polemisch, mal versöhnlich, mal anklagend, mal verzweifelt, mal das große Ganze beschwörend, mal eine kleine Skizze aus den Alltag der Belagerten wiedergebend. Das Dokument eines ruhelosen Kämpfers.                                         




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